Wie virtuelle Prototypen helfen, Zeit und Geld im Design zu sparen

Rebekka Seyffarth wird für ihre Masterarbeit an der HTW Berlin ausgezeichnet
Egal ob Osten oder Westen, Hauptsache Norden. So könnte man die Maxime von Rebekka Seyffarth beschreiben. „Das stimmt”, sagt sie lachend. „Ich liebe Wind und Wetter und das Meer.”
Geboren wurde die heute 30-Jährige in Rostock, doch aufgewachsen ist sie in Bremen. Nach dem Abitur ging es dann erst einmal zurück in die ostdeutsche Geburtsstadt. Beim Rostocker Modeunternehmen Beate Heymann absolvierte sie eine Ausbildung als Maßschneiderin. „Ich wollte erst einmal praktische Erfahrung sammeln”, sagt sie.
Anschließend arbeitete sie noch einige Monate als Schneiderin, dann zog es sie zum Theater. Eine ganz neue Branche, doch dem Norden blieb sie treu. Etwas mehr als ein Jahr war sie als Kostümassistentin am Staatstheater in Braunschweig tätig.
Es folgte ein erneuter Orts- und Branchenwechsel. Seyffarth ging nach Berlin und kümmerte sich bei RTL darum, dass die Darstellerinnen und Darsteller der Serie GZSZ die richtige Kleidung für die jeweilige Szene trugen.
Anschließend begann sie an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin ihr Studium der Bekleidungstechnik. Eine Herausforderung. „Die technischen Fächer sind mir nicht gerade zugeflogen, aber ich wollte mich da reinarbeiten”, sagt sie. Und das ist ihr auch gelungen. Den Bachelor erwarb sie mit einer Arbeit über die Möglichkeiten des 3D-Drucks bei Textilien.
In der nun ausgezeichneten Masterarbeit beschäftigte sie sich mit der Frage, wie virtuelle Darstellungen im Design-Prozess genutzt werden können, um die Zahl der nötigen Prototypen zu minimieren. Das Preisgeld der Wilhelm-Lorch-Stiftung möchte sie für Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich Schnittkonstruktion, 3D-Produktentwicklung und Digitalisierung nutzen.
Das Know-how, das sie in ihrer Masterarbeit gewonnen hat, kann sie auch bei ihrem aktuellen Job sehr gut nutzen. Bei einem Start-up der PVH-Gruppe, zu der auch Tommy Hilfiger und Calvin Klein gehören, entwickelt sie Workshops und Trainings für die 3D-Produktentwicklung. Ihr Büro ist in Amsterdam, also nicht allzu weit weg von ihrer geliebten Nordsee.
Apropos Norden: Für ihr Auslands-Semester während des Studiums hat sich Rebekka Seyffarth denn doch sehr weit in den Süden gewagt. Sie hat in dieser Zeit Schnittkonstruktion unterrichtet – in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba.