Summer School an der Hochschule Niederrhein

Furiose Premiere

Es war ein Experiment. Und es ist gelungen. Erstmals haben die Wilhelm-Lorch-Stiftung und die Hochschule Niederrhein eine Summer School für den Nachwuchs der Textil- und Bekleidungsbranche veranstaltet. Rund 120 junge Frauen und Männer, die meisten von ihnen Studierende sowie einige Auszubildende, folgten der Einladung zu der dreitägigen Veranstaltung (23. bis 25. September 2019), die auf dem Campus der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach stattfand.

Anlass für die Idee, eine Summer School für den Nachwuchs der Textilbranche zu organisieren, war ein Jubiläum: Vor 30 Jahren hat die Wilhelm-Lorch-Stiftung zum ersten Mal Förderpreise vergeben. Aufgrund des sehr positiven Feedbacks durch die Teilnehmer gibt es bereits Pläne, auch in den nächsten Jahren Summer Schools anzubieten. Dafür wird es freilich nötig sein, dass die Spenden aus der Branche weiterhin kräftig fließen, denn die Wilhelm-Lorch-Stiftung hat in die Veranstaltung, die für die Teilnehmer kostenfrei war, 60.000 Euro investiert.

Das vielfältige Programm wurde in intensiver Zusammenarbeit von Wilhelm-Lorch-Stiftung und Hochschule Niederrhein erstellt. Federführend waren dabei Professor Dr. Maike Rabe, Leiterin des Forschungsinstituts für Textil und Bekleidung an der Hochschule Niederrhein, sowie Holger Knapp, Geschäftsführer des Deutschen Fachverlags und Mitglied des Kuratoriums der Wilhelm-Lorch-Stiftung.

Ein Kernstück des Programms, das den Titel „Digitizing the Fashion Supply Chain“ trug, waren sieben Workshops, die sich mit den Chancen und Herausforderungen durch die Digitalisierung entlang der textilen Kette beschäftigten. In drei Einheiten à drei Stunden erarbeiteten die Teilnehmer Ideen und Lösungsansätze, die sie am Schlusstag präsentierten (siehe unten).

In zwei Diskussionsrunden zum Thema „Working in Fashion“ erklärten Entscheidungsträger aus Handel und Industrie, wie sich das Arbeiten in der Branche derzeit infolge der Digitalisierung wandelt. Auch die insgesamt fünf Vorträge im Laufe der Tagung widmeten sich aktuellen Fragen, die sich den Akteuren der Textil- und Modebranche stellen (siehe unten).

Abgerundet wurde das Programm von fünf Absolventinnen, die ihre Abschlussarbeiten präsentierten. Mit Dora Maric, Alexandra Wittwer und Janina Bieberstein waren darunter drei junge Frauen, die in diesem Jahr Preisträgerinnen der Wilhelm-Lorch-Stiftung waren. Porträts über sie und ihre Studienabschlussarbeiten stehen unter der Rubrik „Preisträger“ auf dieser Website. Zudem präsentierten mit Sema Davulcu und Elisabeth Wagner zwei Absolventinnen, die im Jahr 2019 in Mönchengladbach ihre Abschlüsse gemacht haben.

Gelegenheiten zum intensiveren Kennenlernen und zum Feiern hatten die Teilnehmer an den beiden Abenden der Summer School bei einem gemeinsamen Besuch eines Street-Food-Festivals auf dem Campus bzw. bei einer Networking-Party.



Die Workshops

1. Vision – Simulation – Realisierung | Produktentwicklung to go

Bodyscanner und moderne 3D-Software bieten für das Design von Bekleidung ganz neue Chancen. Prozesse können beschleunigt, Fehler minimiert und Kosten reduziert werden. Doch die neuen Techniken zu beherrschen, ist alles andere als ein Kinderspiel. Das konnten die Teilnehmer dieses Workshops eindrucksvoll erfahren. Sie hatten die Gelegenheit, sich selbst im Bodyscanner vermessen zu lassen, mit Avataren bzw. Scanataren zu arbeiten und am Computer das 3D-Modell eines „Summer School-Kleids“ zu erstellen. Es war herausfordernd für Teilnehmer, die noch nicht mit einer 3D-Software gearbeitet haben. Doch alle Teilnehmer waren letztlich beeindruckt von den neuen Möglichkeiten.


2. Transparenz in der Lieferkette

In diesem Workshop nahmen die Teilnehmer im Rahmen eines Planspiels verschiedene Rollen entlang der textilen Kette ein. Vom Baumwoll-Produzenten aus Usbekistan über den indischen Spinner und Weber und den pakistanischen Konfektionär bis hin zum Einkäufer eines deutschen Discounters. Ziel war es, Konflikte zwischen der Orientierung auf den Preis einerseits und dem Fokus auf Nachhaltigkeit und soziale Aspekte andererseits zu finden. Zu ihrer eigenen Überraschung – und teilweisem Entsetzen - merkten viele Teilnehmer, dass sie im Rahmen des Planspiels schnell bereit waren, ökologische und soziale Aspekte zurückzustellen, um bessere Preise erzielen zu können. Eine der Schlussfolgerungen war deshalb, dass es gesetzlicher Regulierungen bedarf, weil das Vertrauen auf die Marktteilnehmer allein nicht zu Nachhaltigkeit in der Branche führen wird.


3. Hands on… Smart Textile

Von den sogenannten Smart Textiles versprechen sich Experten neue Impulse für die Branche. Vor allem von den „Wearables“, bei denen Kleidungsstücke mithilfe von technischen Applikationen einen Mehrwert erhalten. Dass dies eine sehr anspruchsvolle Aufgabe ist, erfuhren die Teilnehmer in diesem Workshop. Ihre Aufgabe war es, eine LED-Leuchte in einer Stofftasche zu vernähen bzw. zu verkleben, so dass die Tasche anschließend per Knopfdruck zum Leuchten gebracht werden kann.


4. Design-Optionen der Zukunft

Die digitale 3D-Visualisierung vom Material über das Produkt bis zum Virtual Showroom wird die Prozesse in der Kollektionserstellung in den nächsten Jahren massiv verändern. Unter anderem wird es möglich sein, das Design immer besser mit dem Produkt-Management und dem Vertrieb zu verknüpfen. In diesem Workshop konnten die Teilnehmer verschiedene neue Arbeitsweisen kennenlernen. So beschäftigten sie sich in einem Fallbeispiel aus dem Bereich Strickwaren mit allen Prozessen der Fertigung vom Faden bis zum fertigen Prototypen. Das 3D-Zeichnen mit einem Freihandprogramm und die Vernetzung mit 3D-Druckern stand ebenso auf dem Programm wie die virtuelle Planung und Präsentation am POS.


5. Retail-Konzeption entlang der Customer Journey

Die Zahl der Kontaktpunkte (Touchpoints) zwischen Einzelhändlern und ihren Kunden hat sich in Zeiten von Online-Shops, Smartphone-Apps und Social Media deutlich erhöht. Das verschafft den Händlern neue Chancen, mit ihren Kunden zu kommunizieren. Es birgt aber auch zunehmende Risiken, denn Schwächen an jedem dieser Kontaktpunkte können dazu führen, dass die Kunden sich abwenden. In einem Planspiel, in dem sie als Entscheidungsträger eines fiktiven Unternehmens mit 420 Mio. Euro Umsatz, 30 stationären Filialen und einem Online-Store fungierten, konnten die Teilnehmer Konzepte entwickeln, wie sie die zahlreichen Touchpoints am besten nutzen, um ihre Kunden zufriedenzustellen und ihre Umsätze zu steigern.


6. Supply-Chain-Management

In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten hat sich fast die gesamte Produktion der Textil- und Bekleidungsbranche nach Fernost verlagert. Doch die Digitalisierung und neue Techniken wie beispielsweise 3D-Drucker bieten die Möglichkeit, Teile der Fertigung wieder nach Europa zu bringen, glauben Experten. Vor allem Produkte, bei denen die aktuellen Trends der Individualisierung und der nachhaltigen Fertigung eine große Rolle spielen, könnten hier an Bedeutung gewinnen. In diesem Workshop entwickelten die Teilnehmer in einem Planspiel die Supply Chain für ein fiktives Produkt, den nachhaltigen Body „Naturella“.


7. Jeans of your life

Recycling ist nichts, was allein der Industrie vorbehalten ist. Auch die Verbraucher können aktiv dazu beitragen, den Berg an textilem Müll zu verkleinern. Das zeigte dieser Workshop. Die Teilnehmer verwandelten alte, als Kleidungsstück nicht mehr nutzbare Jeans in neue Denim-Accessoires. Dabei setzten sie moderne digitale Techniken wie Laser und Digitaldruck ein. Entstanden sind auf diese Weise unter anderem Taschen und Kulturbeutel aus Denim, die von den Teilnehmern auf der Bühne der Summer School präsentiert wurden



Die Vorträge

„Supply-Chain-Management 4.0“
Prof. Dr. Andreas Stockert, Horn & Company

Der Einsatz von RFID-Technologie in Kombination mit einer Blockchain ist derzeit das wohl wichtigste Werkzeug, um die Prozesse in der Supply Chain der Modebranche schneller, effizienter, sicherer und letztlich auch preisgünstiger zu machen. Davon ist Professor Dr. Andreas Stockert überzeugt. Bei seinem Vortrag während der Summer School präsentierte der Partner des Beratungs-Unternehmens Horn & Company anhand von Praxisbeispielen, welche Vorteile die Einführung von RFID in der textilen Kette haben kann. So gebe es positive Effekte nicht nur beim Hersteller, in der Logistik und am Point of Sale, sondern auch beim Kunden, dessen Nutzungsverhalten mithilfe von RFID-Chips besser verfolgt werden könne.

Insgesamt biete die Digitalisierung der Supply Chain allen Beteiligten in der textilen Kette auch finanzielle Vorteile. Der Umsatz könne gesteigert, die Kosten reduziert werden.


„Mission Impossible: Das GAFA-TAB-Zero-Szenario – insbesondere im Quervergleich Deutschland mit China“
Prof. Dr. Gerrit Heinemann, Hochschule Niederrhein

Wir kennen hauptsächlich die GAFA-Unternehmen, also Google, Apple, Facebook und Amazon, aber ihre jeweiligen Pendants in China, vor allem Tencent, Alibaba, Baidu (kurz: TAB) und JD.com sind um ein Mehrfaches größer. Darauf wies Professor Dr. Gerrit Heinemann, der seinen Lehrstuhl an der Hochschule Niederrhein hat, in seinem Vortrag bei der Summer School hin. Vielen Branchen-Akteuren im Westen sei noch gar nicht bewusst, was für gewaltige chinesische Konzerne in den Startlöchern ständen, um die Märkte im Westen aufzumischen. Heinemann: „Wir importieren Einzelhandel.“

In Deutschland werde noch sehr produktbezogen gedacht. Die erfolgreichen Online-Riesen aus den USA und aus China hingegen seien viel stärker prozessorientiert, so Heinemann. „Bei Facebook stellen Techniker mittlerweile rund 80 Prozent der Mitarbeiter, und Zalando hat zuletzt etwa 250 Marketing-Leute entlassen, heuert aber rund 2000 Techniker neu an. Das zeigt, wohin die Reise geht.“

Größte Herausforderung für die Akteure in der Branche sei die sogenannte „Beidhändigkeit“. Es gelte gleichzeitig Neues zu entwickeln und das bewährte Geschäftsmodell erst einmal fortzuführen, um den Umsatz zu halten. „Denn der Wandel kostet nun einmal Geld.“


„Digitalisierung und Veränderung“
Dr. Andreas Brill, business4brands

„Den Unterschied zwischen erfolgreicher und gescheiterter Transformation macht die Fähigkeit, sich auf die Veränderungen einzustellen, mit denen man nicht gerechnet hat.“ Das sagt Dr. Andreas Brill. Der Geschäftsführer des Beratungs-Unternehmens Business4Brands erklärte in seinem Vortrag bei der Summer School, die Erfahrungen mit der Digitalisierung in den unterschiedlichsten Branchen hätten gezeigt, dass die Lösungen, die den großen Unterschied machen, in der Regel die seien, mit denen praktisch niemand gerechnet habe.

Die Modebranche müsse sich darauf einstellen, dass ihre Geschäftsmodelle in den nächsten Jahren durch die Digitalisierung noch kräftig durchgerüttelt würden. Verglichen mit anderen Wirtschaftszweigen stehe die Modebranche in Sachen Digitalisierung noch ganz am Anfang.
Brills Prognose: „Ganz konkret heißt das, dass die Fashion-Industrie in den nächsten fünf bis zehn Jahren die Digitalisierung ihrer Produkte, der Wertschöpfungskette und der Geschäftsmodelle erleben wird.“ Doch dies sei kein Grund zur Sorge oder gar Panik, im Gegenteil. Wenn es gelinge, die Veränderung als Möglichkeit – und nicht als Bedrohung – anzunehmen, dann „stehe n wir am Anfang der besten aller bisherigen Zeiten.“


„Frauenrechte in Mode? Schattenseiten einer weiblichen Industrie“
Marijke Mulder, FEMNET e.V.

Frauen sind in der Modebranche, wie in den meisten anderen Wirtschaftszweigen, noch unterrepräsentiert in den Führungsetagen. Dabei stellen sie entlang der textilen Kette die deutliche Mehrheit der Beschäftigten – von den Näherinnen in Fernost bis zu den Verkäuferinnen in den Läden hierzulande. Auch unter den Teilnehmern der Summer School bildeten die jungen Frauen die deutliche Mehrheit. Marijke Mulder stellte in ihrem Vortrag die Arbeit von Femnet vor. Die in Bonn ansässige NGO setzt sich für die Rechte der Frauen in der weltweiten Bekleidungsbranche ein. Mulder, die bei Femnet als Koordinatorin für Bildung und Beratung agiert, wies darauf hin, dass sich im Zuge des Fast Fashion-Trends die weltweite Bekleidungsproduktion zwischen 2000 und 2014 verdoppelt habe, während die Durchschnittspreise drastisch gesunken seien. Das habe dazu geführt, dass der Druck auf die Löhne in den Fertigungsländern immer größer geworden sei und sich die Arbeitsbedingungen an vielen Produktionsstätten weiter verschlechtert hätten. Femnet als Mitglied der Clean Clothes Campaign setze sich für die Solidarität der Beschäftigten entlang der gesamten Lieferkette ein.


„Grenzen sprengen – Motivation für Top-Leistungen“
Thomas Lurz, s.Oliver Bernd Freier GmbH & Co.KG

„Einmal mehr trainieren als alle anderen.“ Diesen Ratschlag hat Thomas Lurz während seiner Sport-Karriere verfolgt. Und das mit großem Erfolg: Der Freiwasserschwimmer hat eine ganze Reihe von Weltmeister-Titeln und Olympia-Medaillen errungen. Die Agilität und Energie, die er als Leistungssportler bewiesen hat, zeigt er mittlerweile als Beschäftigter von s.Oliver. Zunächst als Sportbotschafter, mittlerweile als Director in der HR-Abteilung des Rottendorfer Modekonzerns. Bei seinem Vortrag während der Summer School appellierte er an die Teilnehmer, sich klare Ziele zu definieren, diese beharrlich zu verfolgen und sich von Rückschlägen nicht entmutigen zu lassen. „Bevor man einen großen Sieg erringt, wird man hundert Mal verlieren.“ Bei allem Ehrgeiz und aller Beharrlichkeit sei es jedoch fast aussichtslos, seine Ziele ganz allein und ohne jede Hilfe zu erreichen, so Lurz. „Ein Sportler braucht einen guten Trainer. Und wer im Berufsleben vorankommen will, sollte sich einen guten Mentor suchen.“



Die Talkrunden

Working in Fashion 1

Die Digitalisierung verändert nicht nur Prozesse, sondern auch Job-Profile. Darüber herrschte Einigkeit unter den Teilnehmern dieses Workshops, der von TW-Redakteur Tim Dörpmund moderiert wurde. Orsay-CSO Kevin Ziegler, der Elmshorner Modehändler Marc Ramelow, Henning von Einsiedel, COO der Holy Fashion Group, und Armin Fichtel, früher CEO der s.Oliver Group und heute Aufsichtsrat in mehreren Mode-Unternehmen, diskutierten auf der Bühne der Summer School über neue Berufsbilder in der Branche.
Für Henning von Einsiedel ist die digitale Produktentwicklung die bedeutendste technische Innovation in der Mode nach dem E-Commerce. Ziegler, Ramelow und Fichtel stimmen ihm zu. Auswirkungen werde dies vor allem auf die Effizienz und das Tempo der Produktentwicklung haben, so der Tenor.

Zunehmend an Bedeutung gewinnen werde die Teilhabe der Konsumenten am Design-Prozess, ist Fichtel überzeugt. s.Oliver habe damit bereits erste Erfahrungen gemacht. Auch Kevin Ziegler ist davon überzeugt, dass die Einbeziehung der Kunden immer wichtiger wird: „Eine echte Community muss her.“

Um die Community geht es auch im Stationär-Geschäft. Marc Ramelow: „Früher gab es den Einkauf und den Verkauf. Heute entstehen kundenorientierte Abteilungen.“ Unternehmen müssten sich stärker auf Verbraucherwünsche und weniger auf das Produkt fokussieren. „Unsere Mitarbeiter sind nicht mehr nur Verkäufer. Sie kommunizieren mit den Konsumenten und stehen im Laden sozusagen auf einer Bühne.“

Es werde immer wichtiger, den Kunden wirklich zu verstehen, ist Ziegler überzeugt. Es gelte deshalb, das veraltete Saisondenken abzulegen. Fichtel stimmt dem zu und verweist darauf, dass die Veränderungen im Verhalten der Konsumenten sich auch auf die Vertriebsmitarbeiter der Modefirmen auswirken werden. „Früher stand der Vertrieb vor allem für Akquise. Es ging darum, so viel und so schnell wie möglich reinzuverkaufen“, so Fichtel. Das habe sich durch die Digitalisierung und die rückläufige Frequenz jedoch geändert: „Die Leute im Vertrieb sind nun vielmehr Flächen-Manager.“


Working in Fashion 2

„Unsere Branche steht in Sachen Digitalisierung noch ganz am Anfang einer langen Reise.“ Das sagte Dirk Schneider, Chief Digital Officer bei s.Oliver, in dieser Diskussionsrunde, die moderiert wurde von Dora Maric, Preisträgerin der Wilhelm-Lorch-Stiftung in diesem Jahr. Schneider diskutierte mit Roland Schuler, Director Technical Product Management bei der zu P&C Düsseldorf gehörenden Firma IB Company, und Michael Rammelsberger, Director Transformation bei der Hugo Boss-Marke Hugo.

Für große Unternehmen mit Tausenden von Mitarbeitern und seit Jahrzehnten etablierten Arbeitsabläufen ist es viel schwerer, neue Technologien einzuführen als etwa für kleine Start-ups, waren sich die drei Manager einig. Dennoch müsse es angegangen werden. Rammelsberger: „Es ist wichtig, dass wir unsere Mitarbeiter bei allen Fragen der Digitalisierung von Beginn an mit im Boot haben.“ Peek & Cloppenburg und JB Company haben bei diesen Themen gute Erfahrungen mit Projektgruppen gemacht, berichtete Schuler. Auch suche man die Zusammenarbeit mit Start-ups.

Die Digitalisierung werde auf lange Sicht alle Berufsbilder in der Branche verändern, von der HR bis hin zum Verkäufer im stationären Laden, ist Schneider überzeugt. Wichtig sei es, nicht zu überziehen und die Belegschaft zu überfordern, ergänzt Schuler: „Man kann nicht das ganze Unternehmen auf einmal verändern.“

An die jungen Teilnehmer der Summer School appellierten die Manager, selbstbewusst zu sein und sich nicht verbiegen zu lassen. Schneider „Passen Sie sich nicht zu schnell an. Stellen Sie immer wieder auch mal die Warum-Frage.“ Und Rammelsberger ergänzte: „Bringt Eure Meinung ein. Und auch Eure Erfahrungen als Verbraucher.“ Schneider formulierte es abschließend so: „Seid nicht zu sehr Angestellte.“


Mai 2019:

Sonderausschüttung der Wilhelm-Lorch-Stiftung


In diesem Jahr vergibt die Wilhelm-Lorch-Stiftung zum 30. Mal ihre Förderpreise an Nachwuchstalente. Anlässlich dieses Jubiläums veranstaltet die Stiftung eine Summer School an der Hochschule Niederrhein, die gleichzeitig auch Mitveranstalter ist. Im Mittelpunkt der dreitägigen Veranstaltungen am 23. bis 25. September 2019 steht die Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette. Hierzu werden Experten aus der Praxis und die Hochschule interdisziplinär zusammenarbeiten und 100 ausgewählten Studierenden und Auszubildenden in unterschiedlichen interaktiven Workshops Ausblicke auf Designprozesse, Technologie und Management von morgen geben. Veranstaltungsort ist die neu erbaute TextilAkademie NRW, direkt am Campus Mönchengladbach. Die Stiftung finanziert das gesamte Projekt mit einer zusätzlichen Ausschüttung von 60.000 Euro. Das Programm und die Bewerbungsseite für die kostenfreie Teilnahme sind unter wilhelm-lorch-stiftung.de/summerschool abrufbar.



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